Nachbericht zum Fachtag: Gaming in Bibliotheken

Am 02.02.2018 veranstalteten Studierende der HAW Hamburg im Rahmen ihres Projektseminars unter der Leitung von Vera Marie Rodewald und in Kooperation mit den Bücherhallen Hamburg erfolgreich den Fachtag: Gaming in Bibliotheken. Es trafen etwa 88 Teilnehmende aus verschiedenen Bereichen ein, auf die ein abwechslungsreiches Programm wartete.

Nach der Begrüßung durch die Departmentsleitung Prof. Dr. Ulrike Verch sowie der Eröffnung des Fachtages durch Vera Marie Rodewald und Kathrin Joswig wurde in der Blitzlichtrunde zunächst ein kahoot!-Quiz gespielt. Dort galt es, solch kniffelige Fragen zu lösen wie z. B., wofür die Abkürzung MMORPG steht. Der Spieler mit dem Nicknamen „Hannes“ konnte sich mit seiner Schnelligkeit und den meisten richtigen Antworten gegen alle anderen Teilnehmenden durchsetzen und als glücklicher Gewinner ein Schoko-GamePad in Empfang nehmen. Anschließend stellten sich die sechs ComputerSpielSchulen in Deutschland mit kurzen Präsentationen vor und gaben einen Einblick in deren Schulalltag und Methoden.

Nach einer Kaffeepause ging es in sechs handlungsbasierten Workshops weiter. In diesen wurden das Questlog der ComputerSpielSchule Hamburg unter der Leitung von Christiane Schwinge theoretisch und praktisch näher vorgestellt, Let’s Plays als Methode von Sebastian Pflüger verdeutlicht und erprobt sowie Spieleideen unter Anleitung von Dejan Simonović entwickelt. Weiterhin wurde von Marco Marsovszky ein Workshop zur Elternarbeit der ComputerSpielSchulen durchgeführt, das Konzept des Digital Game Based Learning durch Katy Gillner und Judith Hoffmeier bekannt gemacht und erprobt und interaktiv die Musik von Videospielen mit anschließender Neuvertonung einzelner Spielesequenzen mithilfe von Toni Fischer und Tobias Dehn erarbeitet. Bei diesem weit gefächerten Angebot war für jeden etwas dabei! Insgesamt waren die Teilnehmenden sehr zufrieden mit der Workshopauswahl – sogar so zufrieden, dass einige gerne mehr Zeit in ihrem Workshop verbracht oder einen weiteren besucht hätten.

Es folgten eine Mittagspause und der Ortswechsel vom Campus Finkenau zur Zentralbibliothek der Bücherhallen Hamburg. Nach einem kurzen Grußwort durch einen Vertreter der Bücherhallen Hamburg kam es zu einer Überraschung: Vor Ort wurde die Gründung einer siebten ComputerSpielSchule bekannt gegeben. Einen knappen Monat vor dem Fachtag wurde die ComputerSpielSchule Potsdam von Matthias Löwe und Johanna Otte der Initiative Creative Gaming und der dort ansässigen Bibliothek als Kooperationsprojekt gegründet und fand bisher zweimal statt.

Beim folgenden Erfahrungsaustausch wurde sich rege miteinander über die Themen E-Sport in Bibliotheken, Games und Gender, Gaming-Angebote in Bibliotheken und Lieblingsspiele, Finanzierung, Virtual und Augmented Reality sowie Sichtbarkeit und Wahrnehmung von Spieleangeboten in Form eines World Cafés ausgetauscht. Zitat eines Teilnehmers: „Für so eine erste Runde war der Erfahrungsaustausch super. Ein guter Moment, bei dem Games und Bibliotheken aufeinandertreffen.“

Die Ergebnisse können im folgendem Dokument nachgelesen werden: Erfahrungsaustausch PDF

Anschließend fand der Programmpunkt „Trends und Aktuelles“ in der Jugendbibliothek Hoeb4U statt. Dort gab es eine Ausstellung über Retro Games, Mitmachangebote wie Makey Makey, Papercraft und Cosplay, eine Spielestation der ComputerSpielSchule Hamburg und ein VR-Angebot von Game Designerinnen der HAW Hamburg. Um die Mitmachangebote auch selbst durchführen zu können und weitere Inspirationen zu liefern, gibt es hier ein Etherpad, welches Informationen bereithält und gerne weiter befüllt werden kann.

Beim Ausklang konnten nach den abschließenden Worten bei dem ein oder anderen Kaltgetränk Gespräche fortgeführt oder Kontakte geknüpft werden. „Ich bin sehr zufrieden und würde gerne bei einem nächsten Fachtag dabei sein“, resümierte eine Teilnehmerin am Ende des Tages.

In der Fachtag-Bildergalerie können die Fotos vom Fachtag angesehen werden.

Evaluation

Insgesamt wurde der Fachtag gut angenommen. 33 von 88 Teilnehmenden haben einen Evaluationsbogen abgegeben. Die folgenden Daten stellen die Ergebnisse dar.

Wie fanden Sie die Durchführung des Fachtages insgesamt?

Hat Ihnen das Programm zugesagt?

Wie bewerten Sie die folgenden Programmpunkte, sofern Sie diese besucht haben?

HAW LAN Party Vol. 1 – Ein Interview mit den Veranstaltern

Ein Interview geführt von Sara Lodeserto

Am Freitag, den 15.12.17, wird das erste Mal in der HAW-Mensa am Berliner Tor eine Lan-Party stattfinden. Das Einzige, was die Besucher mitbringen müssen, ist ein Laptop oder PC mit entsprechen Lizenzen für die Games, die sie gerne zocken würden. Die Lan-Party Vol. 1 lockt mit einem CS:GO-Turnier und einem FIFATurnier, es soll sogar Preise für die Gewinner geben. Aber auch Retro-Games-Liebhaber und -Liebhaberinnen sollen an diesem Abend auf ihre Kosten im Retro-Game-Corner kommen.

Klingt vielversprechend, doch wer geht in Zeiten des Breitbandinternets noch auf Lan-Partys, wenn online im Multiplayermodus gespielt werden kann? Ist die Lan-Party nicht fast schon so anachronistisch wie die Rollschuhdisco?

Das erste Bild, welches mir in den Kopf schoss, als ich auf die Veranstaltung über Facebook aufmerksam wurde, war dieses Memes, auf dem Nerds ihre Tower und Wäschekörbe voller Computerteile über die Straße schleppen. Umso mehr interessierte mich dann auch, wer hinter dieser Veranstaltung steckt, weshalb ich mich mit den Verantwortlichen kurzerhand zum Interview getroffen habe. Entstanden ist hierbei ein tolles Interview über Kindheitserinnerungen, Lieblingsspiele, Sexismus und Erwartungen sowie Sorgen bezüglich der stattfindenden Lan-Party.

Getroffen habe ich Hendrik, Henri, Philip und Benjamin (Studenten der Technischen Informatik im dritten Semester) und Roman (Student der Angewandten Informatik im zweiten Semester) in den FSR-Räumen des Departments Informatik. In netter Runde auf bequemen, durchgesessenen Sofas am Fliesentisch begannen wir das Interview.

(von links) Philip, Henri, Hendrik, Roman und Benjamin

Wie kommt man auf die Idee, eine Lan-Party zu veranstalten, wart ihr dort selbst schon mal Gast?

Hendrik: Erstmal liegt es auf der Hand, dass wir sowas machen. Ich denke, wir waren alle schon mal auf einer Lan-Party. Das letzte Mal ist bei mir tatsächlich sehr lange her. Den konkreten Anstoß hat mir die Arbeit im FSR gebracht, im letzten Semester hat einer der Ersties in der OE-Woche gesagt, dass man mal eine Lan-Party organisieren könnte. Wir dachten, cool, hatten allerdings nicht die Manpower dazu. Wir haben ihm dann gesagt, dass er vorbeikommen soll, wenn er etwas organisieren möchte, wir helfen ihm dann. Allerdings haben wir nie wieder etwas von ihm gehört. Da kam nur diese eine E-Mail und nicht mehr.

Das war der Gedankenanstoß. Wenn er das nicht macht, dann mach ich das halt! Daraufhin habe ich mir meine Kommilitonen geschnappt und sie gefragt, ob sie nicht mitmachen möchten. Dann haben wir erstmal gefachsimpelt, was wir dafür brauchen. Wie würden wir das aufziehen? Da wir aber kurz vor der Prüfungszeit standen, entschlossen wir uns dazu, es im nächsten Semester zu tun. Und am Anfang dieses Semesters im Oktober haben wir uns wieder getroffen und die Idee umgesetzt.

Wann wart ihr das letzte Mal auf einer Lan-Party?

Roman: Puh, 2005 oder 2006. Also diese großen Lan-Partys gibt es immer noch, obwohl die mittlerweile alle online stattfinden.

Hendrik: Nee, es gibt noch viele Präsenz-Lans. z. B. die North Con.

RomanEcht? Und was wird da so gezockt?

HendrikAlles Mögliche. Die haben in der Regel noch eine online Anbindung, das war damals schon Standard. Das ist so bei den größeren Lan-Partys, dass diese tatsächlich noch parallel online sind, wegen der ganzen Updates. Aber im Großen und Ganzen wird mit den Teilnehmern vor Ort gezockt. Die gehen aber auch mal drei Tage, das ist dann auch ein Event das etwas länger geht.

RomanAuf jeden Fall sind wir eine Generation, in der sich die meisten vor so und so viel Jahren mit Towern getroffen haben.

Hendrik: (fragt Henri) Wann war denn dein letztes Mal?

Henri: Ich glaube 2012.

Hendrik & RomanDas ist schon lange her!

Henri: Ja stimmt, das sind auch schon wieder fünf Jahre.

RomanAlso ich glaube, das war so ein Ding, das sehr groß war. Irgendwie so 2000 bis 2010.

PhilipFrüher hat man sich halt mal zusammen gesetzt mit zehn bis zwanzig Leuten und hat gezockt. Mittlerweile gibt es diesen Zweig an Menschen nicht mehr, die sich gemeinsam in den Keller setzen und miteinander zocken. Auf der anderen Seite gibt es mittlerweile richtige Turniere, wo Leute in Counter-Strike: Global Offensive (CS GO) gegeneinander antreten.

BenjaminJa das sind dann aber auch Turniere, die ganze Hallen füllen.

Hendrik: Das würde ich jetzt aber auch nicht mit einer Lan vergleichen. Das würde ich eher mit einem Fußballspiel vergleichen: Leute treffen sich und spielen gegeneinander und die anderen gucken zu. Bei einer Lan-Party ist der Fokus darauf ausgerichtet, dass jeder daran aktiv teilnimmt und spielt.

Benjamin: Obwohl das heutzutage auch schwieriger ist, weil man viele Spiele nur online zocken kann.

Roman: Das stimmt, das hat sich alles eher in diese Richtung verändert.

Hendrik: Jeder hat ja mittlerweile Breitbandinternet, bis auf wenige Ausnahmen auf dem Dorf. Deshalb trifft man sich nicht mehr, sondern spielt über das Internet im Multiplayer-Modus miteinander. Und wenn man sich unterhalten will, hat man einen Teamspeakserver.

Und warum sollte man dann auf eine Lan-Party gehen, wenn man auch von zu Hause aus miteinander zocken kann?

Hendrik: Weil das einfach ein Happening ist! Man trifft sich halt live. Klar, man kann auch alleine Musik hören, geht aber trotzdem auf Konzerte.

Roman: Also diese Vereinsamung im Studium ist ziemlich real, man ist den ganzen Tag beschäftigt, lernt irgendwie. Hat zwar noch seine Lerngruppen, aber irgendwie ist doch alles sehr vereinzelt. Die Campus-Kultur kommt dabei einfach zu kurz. Und da wir das alle geil finden und uns erinnern, wie cool das alles damals war, erhoffen wir uns, dass das allen mega viel Spaß machen wird.

Hendrik: Das kann man halt nicht digitalisieren, den menschlichen Kontakt. Das kannst du nicht im Internet abbilden.

Roman:  Wenn da hundert schwitzende Mädchen und Jungs in der Mena sitzen und am Zocken sind, das ist schon geil, glaube ich. (Jungs verfallen in Gelächter)

Mal gucken ob die Lüftung das hält. (lacht)

Mittlerweile ist eine Lan-Party fast schon ein Anachronismus. Was denkt ihr, ist das eher cool, nerdig oder seid ihr Hipster?

Hendrik: Wir sind alles, aber keine Hipster! Das müsste ich entschieden zurückweisen, ich möchte auch, dass dieser Begriff nicht in einem Satz mit mir steht.

Henri: Hm, aber der Bart? (lacht und zeigt auf Hendriks Bart)

Roman: Könnte sein, dass das mal wieder aufkommt in der Hipster-Kultur, aber wüsste ich jetzt nicht.

Hendrik: Wir machen das ja nicht des Styles wegen, weil wir denken, das war mal cool. Wir wissen ja, wie es war.

Würdet ihr dann sagen, dass das dann eher Nostalgie für euch ist?

Hendrik:  Ja, es ist auf jeden Fall Nostalgie.

Benjamin: Wir haben ja auch eine Retro-Ecke!

Roman:  Es kommen einfach auch Viele, die gerne dieselben Games zocken möchten, wie vor zehn Jahren.

Hendrik:  Wir haben auch oft das Feedback gehabt, das Leute gerne Age of Empire spielen möchten. Und das Spiel… wann ist der dritte Teil rausgekommen?   

Roman:  Puh, 98 glaub ich der zweite.

Hendrik: 2001 kam dann glaube ich der dritte.

Roman: Aber der zweite ist ja der wichtige, der kam glaube ich 98 raus.

Hendrik: Ist das so? Auf jeden Fall möchten die das gerne spielen. Weil sie es bereits früher mal gespielt hatten. Da überlegt man sich so, war geil damals, lass es uns mal wieder machen!

Roman: Das ist definitiv kein Hipstertum.

Ok, gut. Was waren denn die ersten Spiele, die ihr gerne gespielt habt. Und richtig gesuchtet?

Hendrik: Oh ha, (überlegt) da war ich 13…

Roman: Hm, der erste Pokemon Teil auf dem Gameboy. Da war ich sieben, glaub ich.

HendrikOh stimmt, ich habe damals „Zelda Link’s awakening“ gespielt.

Roman: (stimmt Hendrik begeistert zu) Oh ja, den auf jeden Fall!

Hendrik:  Der Gameboy, das war’s! Und Pokemon habe ich auch gespielt, weil das damals voll in war. Allerdings hat mich Zelda geflasht!

Henri:  Ich habe Anno 1602 gespielt. (Jungs jubeln begeistert) Auf PC, allerdings haben wir das Spiel nie gehabt, wir haben die Demo immer wieder von vorne gespielt. Ich hatte keinen PC und keinen Gameboy, deshalb habe ich im Juz (Jugendzentrum) die Demo runtergeladen und diese dann vier Stunden lang gezockt. Immer wieder.

BenjaminHabt ihr das damals auch gemacht, im Media Markt stundenlang an den Konsolen gespielt? Ja, ich weiß es noch, früher…

Henri:  Ich war damals noch in der Grundschule, als ich Anno im Juz gespielt habe.

Philip: Ich hatte damals den Gameboy und habe auch mit Pokemon angefangen. Aber mein erstes PC-Spiel war auch Anno, allerdings in der Vollversion.

Benjamin: Das war damals das Spiel, das sich am längsten in den Top Ten gehalten hat.

Roman: Ich wette, auf der Lan sitzen auch wieder Leute und zocken Anno!

Henri: Ja, ich zum Beispiel! Ich würde Anno 1404 spielen, das ist der einzige Teil, den ich wirklich gut finde.

Benjamin: Bei mir war es auch der Gameboy, ich hatte anfangs Tetris und so ein Multispiel, der Name fällt mir allerdings nicht mehr ein. Und Pokemon blau war das erste Spiel, das ich länger gespielt habe.

Wie wir bereits festgestellt haben, ist der größte Konkurrent der Lan -Partys das Internet. Was findet ihr persönlich besser, im Online-Multiplayer-Modus spielen oder kompetitiv auf Lan-Partys?

Philip: Also ich würde da unterscheiden. Eine Lan-Party ist ja etwas anderes als das daily business.

Roman: Ja finde ich auch. Das kann man nicht miteinander vergleichen.

Hendrik: Das Eine ist Alltag und das Andere ist ein Event. Was ich bereits sagte, du kannst im Alltag Musik hören, aber trotzdem auf Konzerte gehen. Das ist dann Musik hören mit anderen…

Philip: Wir sind ja Informatiker und für uns ist es eine große Errungenschaft, das Internet zu haben.

Roman: Vor allem, wenn man früher noch über das Telefon ins Internet musste.

Henri: Es ist viel einfacher, sich abends online mit Leuten zu treffen und der Aufwand ist da auch nicht so groß, wie sich miteinander auf ein Event zu treffen.

Was habt ihr für Erwartungen an das Event?

Hendrik: Ich hoffe einfach nur, dass niemand stirbt oder sich verletzt… ich träum schon schlecht.

Roman: Ich hoffe, dass es gut angenommen wird und dass wir das dann entsprechend dauerhaft einrichten können.

Benjamin: Also ich glaube, das Schlimmste für uns wäre, wenn gefühlt nur zehn Leute dasitzen würden. Aber die Resonanz ist momentan sehr gut.

Roman: Aber ich glaube, wenn da zehn Leute sitzen und dabei Spaß haben und es dann raustragen, ist es trotzdem gut.

Philip: Ich glaube aber auch, dass es voll wird. Deshalb habe ich auch etwas Angst, dass da etwas passiert. Früher ist immer irgendein Quatsch passiert, allerdings ist jetzt kein Herd in der Nähe wo man z. B. Plastik von Pizzen oder so drauf lassen könnte.

Denkt ihr, dass euer Publikum überwiegend männlich sein wird?

Henri: Definitiv.

Hendrik: Ab wann spricht man von überwiegend? Wenn wir mehr als 50% Männer sind?

Henri: Ich wette, es wird ein 90% oder sogar 95%igen Männer-Anteil geben.

Hendrik:  Nein, das glaube ich nicht.

Henri:  Doch 100%ig, wir können gerne drauf wetten.

Hendrik: Ich glaube schon, dass die Teilnehmer überwiegend Männer sein werden, glaube aber nicht, dass es 9 zu 1 sein wird.

Wie erklärt ihr euch das? Warum sind Lan-Party-Besucher überwiegend männlich?

Benjamin: Ich glaube, das kommt noch so aus der Jugend. Wenn ein Junge gezockt hat, war das normaler, als wenn das ein Mädchen gemacht hat. Wobei es heute auch rückwirkend ist, also ich kenne immer mehr Frauen, die zocken. Ich kann mich aber auch noch daran erinnern, dass Mädchen weniger in der eigenen Peergroup akzeptiert wurden, sobald sie ihre Zockerleidenschaft geäußert haben.

Roman:  Männliche Gamer finden aber weibliche Gamer beeindruckend. Weil man dann das selbe Hobby hat und das ist dann cool. Und ich kenne auch Frauen, die zocken.

Benjamin: Also es wird eher mehr als weniger, dass Mädchen bzw. Frauen zocken. Aber ich würde sagen, es ist so aus der Historie gewachsen.

Roman: Es hat seine Wurzeln auf jeden Fall in den Anfängen der Computer. In den 70ern ungefähr, da wurden Computer massiv als männlich vermarktet und als männliche Domäne. Und das zieht sich bis heute noch.

Hendrik: Da möchte ich aber widersprechen, es hieß doch nicht umsonst, dass die Frau Sekretärin wird und den Computer kriegt, um daran zu arbeiten.

Roman: Aber nur zum Arbeiten und nicht als Spielzeug. Oder für sich mal daran austoben. Ein Werkzeug ist da wiederum etwas ganz anderes.

Hendrik: Ich denke, dass viele Jungs und Männer gerne am Rechner spielen und dass Frauen eher lieber etwas Sozialeres machen, wie sich draußen treffen.

Roman: Es gibt allerdings auch starke sexistische Bewegungen im Bereich der Videospiele. Guck dir zum Beispiel Online-Rollenspiele an, diese typischen Hardcore-Games. Spiele, die man mehr als zehn Stunden lang spielt. Da ist es unfassbar oft so, dass Frauen in sehr knapper Kleidung dargestellt werden, mit riesigen Brüsten und halbnacktem Arsch. Und die Männer sind da so testosterongeladene Muskelprotze. Und das zieht sich so durch.

Hendrik: Ich finde aber nicht, dass das etwas mit Gaming zu tun hat. Sex sells, das ist doch überall so. Und wenn du ein Spiel hast, das sich durch sowas definiert und eine gewisse Zielgruppe anspricht, dann ist das ja nicht das Problem des Gaming. Dann ist Gaming nicht sexistisch, sondern da hat ein Gaming-Hersteller ein sexistisches Game hergestellt, damit es sich besser verkauft. Das ist dann ein Problem des Kapitalismus, weil es sich dann besser verkauft, oder weil Leute denken, dass es sich somit besser verkauft.

Vielen Dank euch  für das schöne Interview und auf eine erfolgreiche Lan-Party mit wachsendem Frauenanteil. Und euch Gaming Freunde*innen: Auf, auf zur Lan-Party!

 

Ein Tag in der ComputerSpielSchule Hamburg

von Julia Albertsen

Die ComputerSpielSchule Hamburg findet freitags von 15:00 bis 18:00 Uhr in der Hoeb4U, der Jugendbibliothek der Bücherhallen Hamburg, statt. Ich bin seit Juli 2017 Bestandteil des Teams und nehme Sie heute mit zur Arbeit.

Um kurz vor 15:00 Uhr kommen die ersten Teilnehmenden im Workshopraum  der Hoeb4U an. Zunächst melden sie sich an und tragen ihren Namen in der Teilnehmerliste ein. Sie erhalten ihre Namensschilder und ihre Questlogs, legen ihre Sachen ab und setzen sich hin.

In der Einführung gibt es eine kurze Vorstellungsrunde, in der jeder seinen Namen, Alter und das Spiel nennt, das er*sie momentan gerne spielt. Das vorbereitete Spielemenü wird durchgegangen, nach Möglichkeit erzählen die Teilnehmenden etwas über die Spiele. Bevor die Spielephase startet, schauen wir, wo sich jene im Questlog befinden, welche Quest sie sich vornehmen und an welchem Spiel des Menüs Interesse besteht. Da sich Spielewünsche doppeln, wird das Spielemenü spontan angepasst.

Zwei Teilnehmende spielen
Naruto Shippuden: Ultimate Ninja Storm 4. Andere sitzen an Gaming Laptops, der WiiU, der Switch und den Handhelds.

In der ab 16:30 startenden Arbeitsphase beginnen die Teilnehmenden ihre Quests. Einige starten mit textbasierten Aufgaben wie einer Spielebeschreibung, jemand macht ein Spielequiz, andere arbeiten künstlerisch zu Spielen. Wenn die Jugendlichen fertig sind, werden ihre Quests von einem Team-Mitglied abgenommen und sie erhalten ihre Experience Points für die Quest. Wer fertig ist, darf noch etwas spielen.

Beim gemeinsamen Ausklang werden die fertigen Ergebnisse präsentiert. Dort spielen wir dieses Mal ein Spielequiz zu Super Mario 3D World. Zum Schluss werden Spielewünsche für den Weihnachtstermin und für das nächste Mal abgefragt und gesammelt. Die Teilnehmenden geben ihre Questlogs und Namensschilder ab.

Wenn Sie mehr über das Questlog erfahren möchten, informieren Sie sich gerne über den entsprechenden Workshop hier.

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PLAY17- Creative Gaming Festival

Throwback PLAY17

ein Bericht von Sara Lodeserto

Vom 1.11. bis zum 5.11. fand in diesem Jahr die 10. PLAY in Hamburg statt, dieses Jahr unter dem Motto „The time is now“. Veranstaltungsorte waren die Markthalle, Barlach Halle K und die Zentralbibliothek. Organisatoren der PLAY17 sind die Initiative Creative Gaming e. V. und der jaf – Verein für medienpädagogische Praxis Hamburg e. V. .
In diesem Jahr durften wir, die Teilnehmer*innen des Praxissemester-Seminars „Gaming in Bibliotheken“ an der PLAY17 aktiv teilnehmen, indem wir den offenen Workshop „Spielecontroller bauen mit Makey Makey“ anleiteten. Das Makey Makey ist ein einfach gehaltenes Erfinder-Kit für Technik, mit dem ausgefallene kreative Spielecontroller gebaut werden können. Der Controller kann zum Beispiel aus Bananen oder Knete gebaut werden, wichtig ist nur, dass die Ausgewählten Materialien Elektrizität leiten. Angeschlossen wird das Makey Makey wie folgt: Das Makey Makey Board wird mit einem USB-Kabel am Computer angeschlossen, dann werden mit Krokodilklemmen Materialien daran angeschlossen, geerdet wird der Stromkreis mit dem Teilnehmer selbst. Unseren Workshop Teilnehmern boten wir die Möglichkeit über die Homepage https://scratch.mit.edu/ verschiedene für Makey Makey programmierte Spiele mit ihren selbst designten Controllern zu spielen. Nach anfänglicher Schüchternheit einiger Besucher der PLAY17, ließen sich jedoch alle Besucher dazu animieren einmal einen Controller selbst zu bauen. Unser Publikum war bunt gemischt, von Vätern mit ihren Kleinkindern, Jugendliche, Berufsschüler mit ihren Lehrern, bis hin zu Männern im mittlerem Alter. Alle Controller-Designer hatten ersichtlichen Spaß beim Ausprobieren und tüfteln, bei Schwierigkeiten und Verständnisfragen standen wir den Besuchern immer beratend bei Seite. Obwohl laminierte Bauanleitungen jedem Makey Makey Set beilagen, bevorzugten die Besucher den persönlichen Kontakt.
Neben unserem offenen Workshop, bot die PLAY17 weitere exklusive Workshops, offene Angebote, Ausflüge (zum Beispiel zu den Rocket Beans), Artist Talks, Poetry Slam, den Doomian Beichtstuhl und natürlich Digitale Spielstationen an. Meine persönlichen Highlights der Spielestationen waren die VR-Brillen Spiele und das Spiel „Close the Leaks“ von Henning Steinbock, welches dieses Jahr den Audience Award gewonnen hat.
Zusammenfassend kann ich sagen, dass das PLAY17 Festival ein sehr gelungenes war und dass ich dort gerne eine der Workshopleiterinnen/Helferinnen sowie Besucherinnen gewesen bin. Anders als bei anderen Messen oder Festivals können hier Besucher*innen an allen Workshops und offenen Angeboten kostenlos teilnehmen, wodurch sich ein Besuch auf jeden Fall lohnt.

Hier nochmal der Link zur Workshop-Seite der PLAY17:

Offener Workshop: Spielecontroller bauen mit Makey Makey

Der „Fachtag: Gaming in Bibliotheken“ – Ein vielversprechendes Projekt von Studierenden der HAW Hamburg

In Kooperation mit den Bücherhallen Hamburg veranstaltet das Department Information der HAW Hamburg am 02.02.2018 einen Fachtag zum Thema Gaming in Bibliotheken.
Unter Leitung von Vera Marie Rodewald (M.A.) planen 14 Studierende aus den Studiengängen Bibliotheks- und Informationsmanagement und Medien und Information im Rahmen ihres Projektseminars diesen. Das Ziel des Fachtages ist es, einen Einblick in Methoden und Trends des kreativen Computerspielens zu geben. Darüber hinaus soll ein Austausch über die verschiedenen Ansätze und Erfahrungen der sechs ComputerSpielSchulen in Deutschland – Leipzig, Greifswald, Hamburg, Stuttgart, Freiburg und Karlsruhe – sowie deren Vernetzung ermöglicht werden.

In dem Projektseminar haben sich die Studierenden zur Vorbereitung auf den Fachtag und die damit verbundene Programm- und Konzeptentwicklung über die Methoden und den Schulalltag der einzelnen ComputerSpielSchulen informiert. Dabei ist bereits ein erster Kontakt mit den jeweiligen ComputerSpielSchulen entstanden. Außerdem hat jeder Studierende in der ComputerSpielSchule Hamburg hospitiert und dadurch einen Einblick in deren Praxis gewonnen. Die daraus gewonnenen Erfahrungen und die Ergebnisse ihrer Recherchen fließen in die Teamarbeit ein.

Jeder Studierende beteiligt sich aktiv in zwei Teams, um einen anregenden und hoffentlich erfolgreichen Fachtag zu gestalten. Das Team „Programm & Produktion“ ist unter anderem für den Kontakt mit den ComputerSpielSchulen zuständig, mit deren Hilfe es interessante Workshops auf dem Fachtag anbieten möchte. Das Team „Organisation & Logistik“ kümmert sich um alle organisatorischen Komponenten wie die Raumbelegung, Materialbeschaffung, Catering usw. Das Team „PR- und Öffentlichkeitsarbeit“ betreibt den Blog, informiert über Aktuelles bezüglich des Fachtages und wirbt mit selbst gestalteten Flyern und Plakaten für diesen.
In drei weiteren Teams entwickeln die Studierenden anhand der Methode Design Thinking verschiedene Konzepte für die Programmpunkte „Blitzlichtrunde“, „Erfahrungsaustausch“ und „Trends und Aktuelles“. Die Ergebnisse des Prozesses dürfen auf dem Fachtag bewundert werden.

Interessant dürfte der Fachtag nicht nur für die ComputerSpielSchulen werden. Auch Medienpädagogen*innen, Bibliothekare*innen, Pädagogen*innen, Erzieher*innen und Lehrer*innen im Bereich Medienpädagogik etc. werden sicherlich auf ihre Kosten kommen und neue Erfahrungen und Erkenntnisse für ihre eigene Arbeit daraus ziehen können.

Zum Projektteam an der HAW Hamburg gehören:
Julia Albertsen, Elisabeth Baumann, Sophie Borchert, Simon Böttger, Gisa Gudd, Pauline Keller, Frederike Klipp, Agnes Kruse, Sara Lodeserto, Stefanie Neumann, Nadia-Vera Niemann, Georg Schelle, Cathrin Stöcken, Sabrina Weiss.

Projektleitung: Vera Marie Rodewald (M.A.)